Vereinsanschrift:

Heimatkundlicher Arbeitskreis Waidhaus e. V.
Husittenweg 2
92726 Waidhaus

Telefon: 09652/813427

E-Mail: andreas.ringholz@t-online.de

1900 - Waidhaus erhält Anschluss an die Bahnlinie

Eine Bahnlinie nach Waidhaus war schon in den Anfangsplänen der oberpfälzischen Eisenbahnen vorgesehen. 1845 wurde der Vorschlag gemacht, von Bayreuth eine Linie über Grafenwöhr zu dem bereits bestehenden Bahnhof Amberg zu bauen, die von dort über das Vilstal und das untere Naabtal Regensburg erreichen sollte. Von Grafenwöhr aus sollte eine "böhmische Linie" der Haidenaab entlang nach Unterwildenau, dann durch das Luhetal, an Leuchtenberg vorbei, den Leraubach aufwärts und südlich von Vohenstrauß vorbei nach Waidhaus laufen. Zielpunkt war Pilsen.

Diese Pläne wurden aber abgelehnt, denn die Waidhauser Trasse hätte zweimal eine zu starke Steigung nehmen müssen, die damals technisch noch nicht machbar war. Ein Plan von 1851 sah eine Strecke vor, die von Amberg über Waidhaus nach Pilsen führen sollte, Länge 156km. Die Vertreter der Städte Amberg und Nürnberg befürworteten diese Strecke. Vor allem, da seitens der Österreicher bereits die Strecke Pilsen, Pfraumberg, Waidhaus gesteckt wurde. Das Kapital dafür sollte durch eine Aktiengesellschaft erbracht werden. Die politische Lage (Krimkrieg) ließ die Pläne jedoch weiter ruhen.

Es dauerte noch ein halbes Jahrhundert, bis Waidhaus eine Bahnstation erhielt. Am 1. Oktober 1863 wurde die Bahnlinie Schwandorf-Weiden eröffnet und die Weiterführung bis Mitterteich am 15. August 1864. Die Ostabzweigung von Weiden über Neustadt-Floß nach Vohenstrauß war 1886 vollendet und im Jahre 1900 konnte die Strecke bis Waidhaus eingeweiht werden. Acht Jahre später, also 1908, konnte die Teilstrecke Waidhaus-Eslarn in Betrieb genommen werden. Die 1920 geplante Weiterführung nach Schönsee-Waldmünchen kam nicht mehr zum Ausbau.

1975 wurde der Personenverkehr auf der Strecke Floß-Eslarn eingestellt. 1993 wurde der Güterverkehr zwischen Vohenstrauß und Eslarn eingestellt. Mit Wirkung zum 1. Dezember 1995 wurde die gesamte Strecke Neustadt/WN-Eslarn stillgelegt.

Seit 2005 ist auf der ehemaligen Bahntrasse der "Bockl-Radweg" von Neustadt/WN bis an die Grenze/Tillyschanz durchgänig für Fahrräder befahrbar. Die Gesamtlänge beträgt etwa 53 km. Auf tschechischer Seite führt der "Freundschaftsweg weiter bis nach Stribro/Mies.

 

 

Ein Bild von 1900 mit der ersten Dampf-Lok in Waidhaus.
Auf der alten Bahntrasse ist heute der "Bocklradweg".


Weitere Informationen zum Bocklradweg unter: www.bocklweg.de

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Heimatkundlicher Arbeitskreis Waidhaus e. V.