Vereinsanschrift:

Heimatkundlicher Arbeitskreis Waidhaus e. V.
Husittenweg 2
92726 Waidhaus

Telefon: 09652/813427

E-Mail: andreas.ringholz@t-online.de

Geschichtlicher Überblick

Frühgeschichte

in und um das Waidhauser Gebiet.

 

 

1138 - erste urkundliche Erwähnung

Im Jahre 1138 wurde der Flecken "Waydthaus" erstmals in einer Urkunde zusammen mit einem "Chunrad von Weydehusen" genannt.

 

1355 - die "Verbotene Strasse"

Im Jahre 1355 wurde der "Paß bei Weydhausen" als "Verbotene Strasse" bezeichnet, da der Kaiser Karl IV. die Fuhrleute lieber auf seinem Gebiet über Bärnau und Tachau der sog. "Goldenen Strasse" reisen ließ, aufgrund der Mauteinnahmen auf seinem Herrschaftsgebiet.

1362 - Der Pfrentschweiher

Im Januar 1362 ließ Landgraf Johann von Leuchtenberg einen künstlich angestauten See, den "Pfrientschweyher" zwischen Waidhaus und Eslarn, bei der Ortschaft Pfrentsch anlegen. Dieser wohl größte, mittelalterliche Stausee Deutschlands wurde 1840 trockengelegt.

1420 - Die Hussitenkriege

Auch der Ort Waidhaus, direkt an der Grenze zum Königreich Böhmen, blieb von den einfallenden und plündernden Horden der Hussiten nicht verschont und wurde mehrmals heimgesucht.

1498 - Grenzgeschichte

Aufgrund der direkten Lage an der Grenze zu Böhmen wurde ein "Gränitz-Mauth-Ambt" in Waidhaus angelegt. Zurückverfolgen läßt sich diese Besonderheit bis ins Jahr 1498.

1618 - Der 30-jährige Krieg

Bereits 1611 wurden Schanzanlagen zur Sicherung des Waidhauser Paßes angelegt. Nach dem Ausbruch des Krieges 1618 waren viele Truppen über Waidhaus durchgereist. Im Jahre 1621 fand eine Belagerung der Grenze durch Graf Mansfeld bei Waidhaus und Graf Tilly bei Rozvadov statt, dessen Schanzanlagen noch heute sichtbar sind. Das noch erhaltene Ensemble beiderseits der Grenze ist die wohl noch größte und am besten erhaltene Stellungsszenerie aus dem 30-jährigen Krieg überhaupt.

Für Waidhaus und die gesamte Oberpfalz sollte diese Zeit die schlimmsten und prägendsten Einschnitte in der Geschichte bedeuten.

1742 - Österreichischer Erbfolgekrieg

Im Oktober 1742 wurde Waidhaus wieder ein schreckliches Los zuteil, als sich verfeindete Parteien dies- und jenseits der Grenze belagerten. Besondere Schrecken brachte Oberst Trenck mit seinen gefürchteten Panduren, da die Truppen wiedermal alles plünderten und raubten.

1782 - Großbrände in Waidhaus

Mehrmals wurde der Ort durch vernichtende Feuersbrunst fast vollständig in Asche gelegt. Waren es früher die durchziehenden Truppen die brandschatzten, so waren es später der leichtsinnige Umgang mit dem Feuer in immer enger gebauteren Siedlungsräumen.

1900 - Bahnanschluss in Waidhaus

Im Sommer 1900 konnte endlich der ersehnte Anschluss des Ortes Waidhaus an das Bahnstreckennetz gefeiert werden, bis 1975 der Personenverkehr und 1993 der Güterverkehr eingestellt wurde.

1914 - Der 1. Weltkrieg

Zum umkämpften Gebiet gehörte die Oberpfalz im 1. Weltkrieg Gott sei Dank nicht. Jedoch mussten viele Waidhauser Bürger Ihren Dienst für Kaiser und Vaterland verrichten. 64 Gefallene Waidhauser verzeichnet noch heute das Kriegermahnmal am Marktplatz.

1939 - Der 2. Weltkrieg

Anfangs waren die Fronten Hitler-Deutschlands weit in der Ferne, in die auch wiedermal viele Waidhauser ziehen mussten. Viele davon mußten auf den Schlactfeldern ihr Leben lassen. Nach dem Vorrücken der Amerikanischen Armee gab es auch kleinere Scharmützel mit dem letzten Aufgebot Hitlers, dem Volkssturm, bestehend aus kleinen Buben und alten Greisen.

1945 - Kalter Krieg und Eiserner Vorhang

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges wurde auch Waidhaus zur Bayerischen Besatzungszone der Amerikaner. Deutschland wurde in Zonen aufgeteilt, und später spaltete sich die sowjetisch besetzte Zone ab und der Staat DDR wurde gegründet. Durch diese Spannungen entstand der sog. "Kalte Krieg" und später wiederum der "Eiserne Vorhang".

1989 - Grenzöffnung nach Osten

Sehr überraschend für alle wurde am 23. Dezember 1989 der "Eiserne Vorhang" symbolisch bei Neuhäusl (Novy Domky), in der Nähe von Waidhaus, durch die beiden Außenminister Genscher und Dienstbier durchschnitten. Danach folgten der Umbruch in der CSSR bis hin zum Beitritt der Tschechischen Republik in die EU.

21. Jahrhundert

1997 wurde der Autobahn-Grenzübergang Waidhgaus-Rozvadov eröffnet. Danach folgte der Beitritt der Tschechischen Republik zur EU, sowie zum Schengener Abkommen und dem Wegfall der Grenzkontrollen.
Damit können wir in eine freie, friedliche und grenzlose Zukunft Europas, zusammen mit unseren Nachbarn blicken.

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